Allgemein · Autorenleben · Lesen · Schreiben

Warum ich Bücher lese, während ich Bücher schreibe. „Wer schreiben will, muss lesen“

Manchmal fühlt es sich an wie ein Dilemma. Da wartet das Manuskript zu Hause brav darauf, fertiggestellt zu werden und was erblickt das wachsame Auge in der Bahnhofsbuchhandlung? Ein tolles Buch von dem Lieblingsautor oder – so verspricht es das Cover – von jemanden, der es werden könnte. Gesehen, verliebt, gekauft. Die ersten Seiten werden sofort in der Bahn verschlungen und eigentlich möchte man auch gar nichts anderes mehr machen in den nächsten Stunden, Tagen, Jahren, als in der Geschichte versinken.

Wenn, ja wenn da nicht immer dieses schlechte Gewissen wäre. Es sind halt zwei Stimmen, die einem rechts und links ins Ohr flüstern. Die eine sagt verführerisch: „Tu es! Lies das Buch, vergiss die Welt um dich herum!“ Währenddessen mahnt die andere: „Mach es nicht! Du kannst das Buch noch lesen, wenn du mit deiner Arbeit fertig bist. Vorher lass es besser bleiben.“

Doch wer hat denn nun recht? Im Grunde liegt die Wahrheit irgendwo zwischen der Aussagen des verführerischen Teufelchens, als auch der, des mahnenden Engelchens.

Natürlich ist Prokrastination nicht gerade förderlich wenn es darum geht, Zeitplanungen einzuhalten. Und ein Buch zu lesen, fällt teilweise unter dieses Label. Doch das Gute am Autorenleben ist, dass Bücher zum Alltag gehören, wie die Luft zum atmen. Stephen King hat mal gesagt, dass jemand, der schreiben will, unbedingt lesen sollte.

Es steckt so viel Wahres in diesem Satz. Egal wie gut geplottet und outgelined wurde, wie oft steckt man mitten in der Geschichte plötzlich fest und findet weder vor noch zurück? Schreibblockaden sind das unkreative Übel, das jeden kreativen Schreibprozess zur Qual werden lässt. Ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber ich hasse es. Es zieht mir Energie und macht mich übellaunig.

In diesen Momenten habe ich gelernt, dass es gut für mich ist, Abstand von meiner Geschichte und den Figuren zu bekommen. Mal für ein paar Stunden, mal für ein paar Wochen. Dann lese ich ein gutes Buch. Oder zwei, oder drei. Das Eintauchen in andere Geschichten entspannt mich ungemein. Und oftmals finde ich darin auch die notwendige Inspiration um weiterzuschreiben.

Aber nicht nur zur Lösung von Schreibblockaden lese ich Bücher, während ich an einem Manuskript arbeite. Zwischendurch lese ich immer viel. Alleine schon um zu erfahren, wie andere Autoren gewisse Szenen angehen oder Probleme lösen. Manche Stellen habe ich zwar klar und deutlich vor Augen, aber wenn ich sie niederschreibe, dann bin ich mit dem Resultat nicht zufrieden. In Before I met him habe ich mich zum ersten Mal mit explizit erotischen Szenen auseinandergesetzt und war damit zu Beginn leicht überfordert. Also habe ich viel erotische Romance von unterschiedlichen Autoren gelesen und mir dazu Notizen gemacht. Im Grunde solche Dinge, wie zb die Szenen starten, wie die Atmosphäre gesetzt wird, welche Synonyme genutzt werden. Je mehr ich erfahren habe, wie andere Erotikszenen beschreiben, desto sicherer wurde ich in den Formulierungen meiner Ideen und desto runder wurden die Szenen.

Mir persönlich bringt es sehr viel, während meines eigenen Kreativprozesses auch die Werke anderer Autoren zu lesen. Sei es zum Spaß oder zur Inspiration. Aber das muss natürlich jeder selbst für sich selbst entscheiden 😉

So, jetzt lese ich noch ein paar Seiten und gehe dann schlafen.

Macht es gut,

Eure Natasha ❤️

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