Allgemein · Autorenleben · Coursera · Kreatives Schreiben · Orte · Reisen · Schreiben · Wesleyan

Urlaub = Schreibzeit?

Wer kennt das nicht? Der letzte Arbeitstag neigt sich dem Ende zu und der Urlaub kann beginnen. Was man sich da nicht immer alles vornimmt. Sämtliche Bücher der letzten zehn Jahre lesen (Zwischendurch noch eine Doktorarbeit über Tolstoi Krieg und Frieden erstellen), zwanzig Arzttermine wahrnehmen, ein Portrait malen, Freunde besuchen und dreißig Länder in zwei Tagen bereisen, das Haus renovieren und wenn man damit fertig ist, das vom Nachbarn gleich mit, denn man hat ja schließlich eine Woche Urlaub und unendlich viel Zeit.

Die Realität sieht dann meistens anders aus und außer einer neuen Serie bei Netflix hat man nix geschafft.

Ich nehme mir auch immer viel zu viel vor. Dieses Mal will ich mich erholen und dabei viel schreiben. Und jeden Tag eine große Runde laufen. Wird wahrscheinlich beides wieder nichts.

Deshalb habe ich jetzt mal meine kleine Challenge: jeden Tag im Hotel mindestens eine Stunde freinehmen um zu schreiben.

Gibt schließlich genug zu tun.

  • Ein erster Entwurf will überarbeitet werden
  • Ein weiterer erster Entwurf will weitergeschrieben werden
  • Die Abschlussaufgabe im ersten Modul des „Creative Writing“ Kurs verlangt nach mir.

Sprechen wir kurz über Letzteres. Ich habe wie gesagt das erste Modul jetzt durch und bin sehr begeistert. In den kurzen Videosequenzen habe ich bisher viel über das Plotten, Spannungsbögen erstellen und Entwürfe editieren mitnehmen können. Die Checklisten sind super hilfreich und werden mich in Zukunft wohl immer begleiten.

Schwierig ist das Peer Grading, wobei ich es gut finde, dass mindestens drei Reviews eingehen müssen, bevor man benotet wird. Gerade bei der ersten Aufgabe hatte ich sehr gemischtes Feedback. Ein Feedback war sehr hilfreich, da es sehr kritisch war und mir die Schwächen in meiner Darstellung aufgezeigt hatte. Das war das beste Feedback, was man sich wünschen könnte. Schonungslos ehrlich, ohne zu verletzen. So jemanden hätte ich gerne als Testleser oder Lektor. Das zweite Feedback war sehr schmeichelhaft und gut für die Autorenseele, weil es so überschwänglich positiv war, fast schon wie ein Fanbrief. Dann gab es noch Feedback Nr 3 und da weiß ich nicht, ob der Leser mich sprachlich nicht verstanden, den Text erst gar nicht gelesen oder die Aufgabe misinterpretiert hatte. Jedenfalls ergaben die Anmerkungen überhaupt keinen Sinn und die Person hatte mir auch 0/1 Punkte gegeben. Da die anderen beiden mir jeweils 1/1 Punkte gegeben haben, habe ich letztendlich doch bestanden.

Da war ich etwas zerknirscht, wieso verteilt jemand in einem Kurs 0 Punkte? Ich würde das nicht machen, dachte ich bei mir.

Bis zur nächsten Aufgabe. Die Anweisungen waren deutlich. Beschreibe eine Situation, die zu einem Arztbesuch geführt hat wende das ABDCE (Action, Background, Development, Climax, Ending) an, max 200 Wörter.

(Vollkommen zusammenhangsloser Einwurf: ich sitze im Flugzeug, meine Musik ist auf Shuffle und der Player spuckt mir gerade Vérone aus Roméo et Juliette aus. Ewigkeiten nicht mehr gehört, und es zaubert mir ein Lächeln auf das Gesicht 😍)

Zwei Kollegen haben auch genau das getan. Der Dritte hingegen hat einen inneren Monolog abgeliefert darüber, dass er nicht weiß, worüber er schreiben soll. Ich habe hin und her überlegt aber mich letzten Endes doch für 0/1 Punkte entschieden, da die Aufgabe in keiner Weise erfüllt war. War es kreativ? Sicher. Aber weder hatte der Autor die Anweisungen befolgt, noch das ABDCE Schema angewandt. Es tat mir sehr leid und ich habe versucht meine Meinung zu begründen. Ich empfand es schlicht nicht fair den anderen Autoren gegenüber, die sich so viel Mühe gegeben haben.

War das zu hart? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

(Und jetzt läuft Whiskey in The Jar von Metallica und ich würde am liebsten laut mitgröhlen. Es kommt mir fast so vor, als wäre der Rotwein gerade keine so gute Idee gewesen. 🙈)

Mein Geschreibsel für die erste Aufgabe werde ich im nächsten Blogpost veröffentlichen. Ein Mini-Thriller. Seid gespannt.

Was nehmt ihr euch im Urlaub immer alles vor? Erstellt ihr auch tausend Listen und macht nur die Hälfte? Schreibt ihr? Oder sind bei euch die Tage zum Faulenzen reserviert?

So long, Prost und habt es fein,

Eure Natasha 💖

2 Kommentare zu „Urlaub = Schreibzeit?

    1. Ist bei mir umgekehrt. Die besten Ideen habe ich, wenn ich eigentlich mit anderen Dingen beschäftigt sein sollte. Sobald ich frei habe und schreiben könnte, bin ich blockiert und bringe meistens nur ein paar qualvoll zusammengeschusterte Sätze zustande. Dieses Mal auch wieder.

      Liken

Schreibe eine Antwort zu myownbib Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s