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Editieren, Überarbeiten, Korrigieren – Die Arbeit nach dem Schreiben

Du hast zwischen über 50 000 Wörter geschrieben, deine Charaktere sind einmal durch die Hölle und zurückgegangen und zum Schluss hast du das herzzerreißendste Happy-End in der Geschichte der Literatur zu Papier gebracht. Herzlichen Glückwunsch, du hast ein Buch geschrieben!

Oder zumindest einen ersten Entwurf, denn egal, wie geil du deine Geschichte bis zu diesem Moment noch findest, keine Sorge: das wird nicht so bleiben, denn es wird der Tag kommen, da wirst du dir durchlesen, was du fabriziert hast und du wirst es furchtbar finden.

Nicht verzagen, denn das ist vollkommen normal. Erste Entwürfe sind grauenvoll. Sie wimmeln von Tippfehlern und hier und da wurden die Regeln der Grammatik gehörig gedehnt, zeitweise auch gänzlich außer Kraft gesetzt. Es kommen Plotholes zum Vorschein, verwaiste Handlungsstränge, von denen du noch nicht mal mehr wusstest, dass du sie überhaupt angefangen hast zu schreiben und zwischendurch führen deine geliebten Charaktere inkohärente Dialoge oder machen Dinge, die komplett gegen ihre Natur gehen.

Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Du musst deinen Entwurf überarbeiten und editieren. Das ist im Übrigen nicht halb so lustig, wie das Schreiben zuvor. Wichtig ist es, einen gewissen Abstand zum eigenen Werk zu bekommen. Meinen NaNoWriMo Entwurf konnte ich zum Beispiel erst heute wieder in die Hand nehmen, also fast zwei Monate später. In der Zwischenzeit habe ich mich neuen Charakteren und neuen Geschichten gewidmet, so dass ich Cassie und Adrian in Ruhe gelassen habe.

Heute habe ich also angefangen, mich dieser Geschichte wieder zu zuwenden. Am liebsten würde ich ja alles, auf einmal editieren, überarbeiten und korrigieren, aber es ist besser, sich kleine Schritte vorzunehmen. Außerdem gehöre ich ja zu den komplett ungeduldigen Menschen, für mich müsste so eine Überarbeitung in zehn Minuten erledigt sein. Bei knapp 300 Formseiten ist das allerdings ein sehr frommer Wunsch. Ich werde jetzt einige Wochen an der Überarbeitung sitzen, wahrscheinlich länger, als ich für das Schreiben des ersten Entwurfs gebraucht habe. Hinzu kommt der Fehler, dass ich einen fatalen Anfängerfehler begangen habe: ich habe weder auf Formatierung, noch auf Anführungszeichen geachtet, dementsprechend muss auch das alles noch vereinheitlicht werden, damit die Geschichte auf externe Leser losgelassen werden kann.

Mein erster Bearbeitungspunkt ist es, alle Plotholes zu stopfen und verwaiste Handlungsstränge zu kappen. Einige davon, waren mir schon beim Schreiben aufgefallen, so bricht sich meine Protagonistin im ersten Kapitel morgens das Handgelenk, es sieht richtig übel aus, abends scheint es dann die wundersame Heilung gegeben zu haben, denn die Verletzung wird nie wieder erwähnt. Bisher habe ich das erste Kapitel teilweise komplett umgeschrieben, weil es mir auch gar nicht mehr gefallen hat, wie meine Charaktere sich benommen haben, da sie teilweise niemals das machen oder sagen würden, was sie dort getan haben. Aber gut, es war der Beginn der Geschichte und wir hatten uns schließlich erst kennengelernt. heute kenne ich Cassie, Adrian, Ty und Lucas besser und kann es korrigieren.

Eine Geschichte zu bearbeiten und zu editieren, ist aber auch spannend. Mir passiert es immer wieder, dass ich Abschnitte lese, von denen ich überrascht bin, dass ich sie geschrieben habe, weil ich mich daran nicht erinnern kann. Es ist dann fast so, als würde ich die Arbeit eines anderen Autors betrachten, aber nicht meine eigene. Geht das nur mir so?

Ich denke, dass es von mir noch einige Blogeinträge in der nächsten Zeit zu diesem Thema geben wird, weil es mich gerade sehr beschäftigt und ich zwischendurch einfach mal ein wenig maulen muss.

Happy editing,

eure Natasha ❤

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