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Was tun bei Schreibblockade? 4 Tipps zum Überwinden einer kreativen Krise

Der letzte Blogpost ist schon eine Weile her. Die Wahrheit ist, dass ich nicht wusste, was ich schreiben sollte. Ich hatte quasi eine Schreib-blog-kade. Verstehste? Schreib-blog-kade?! Wegen Blog und … egal, lassen wir das.

Manchmal ist es so, dass einem einfach nichts Gescheites einfallen will. Das Textverarbeitungsprogramm ist geöffnet, aber die Seite bleibt leer. Das ist eine Situation, die wohl jeder kennt, der mit Worten arbeitet.

Die Frage, die sich stellt ist, was man dagegen machen kann? Zahlreiche Tipps und Tricks sind dazu im Umlauf. Stelle die Frage an zehn Autoren und Du wirst wahrscheinlich zehn unterschiedliche Antworten erhalten.

Die vier bliebtesten Methoden habe ich mal aufgelistet:

Tipp Nr. 1 „Wenn Dir nichts einfällt, dann einfach weiterschreiben!“

Mmmh. Tja, was soll ich dazu schreiben? Ich fange gleich mal mit dem unnützten Ratschlag von allen an. Für mich persönlich ist das der Tipp, der am wenigstens bringt. Wenn mir nichts einfällt, dann fällt mir nichts ein. Das leere Blatt vor mir deprimiert mich, zudem setzt es mich extrem unter Druck, wenn ich schreiben soll, aber nicht schreiben kann. Dadurch bekomme ich extrem schlechte Laune und egal, was ich zu Papier bringe, die Qualität ist unterirdisch.

Toll, magst Du Dir jetzt denken, Du kommst hierher um Hilfe zu finden und das erste, was Du lesen musst, ist ein Tipp, der kein Tipp ist. Aber nur, weil etwas für mich nicht funktioniert, heißt es nicht, dass es generell für jeden ein schlechter Ratschlag ist.

Tipp Nr. 2 „Wenn Dir nichts einfällt, hast du ein Recherche-Defizit. Also recherchiere, recherchiere, recherchiere!“

Joa. Ich gebe zu, dass mir das manches Mal wirklich so ergangen war. Speziell, wenn ich journalistische Artikel verfasst habe und der Termin an sich schon merkwürdig war. Manchmal merke ich das schon unterwegs, wenn ich auf meinen Notizblock schaue und merke, dass die Infos, die ich sammeln konnte, extrem dürftig sind. Vor allem, wenn mich meine Redaktion mit der Vorgabe losgeschickt hat: „Das wird ein Vier-Spalter. Damit machen wir ganz! Groß! Auf!“

Ja, danke auch dafür. Da stehe ich nun auf dem Gelände, höre dem Pressemenschen zu, der leere Worthülsen runterrasselt und auch auf Nachfragen nur das eben gesagte wiederholt. Genauso inhaltlos und leer wie schon zuvor. Sehr blumig, sehr nichtssagend. Niemand kann dir vernünftige Infos geben und das einzige Foto, das was wird, ist ein extrem gestelltes Pressebild.

Wenn der gesamte Bericht im Einleitungssatz schon gesagt werden kann, dann, ja dann hast Du wirklich ein Recherche-Problem. Bevor ich mir also einen Text aus den Fingern sauge (nein, nicht ausdenke, nur die gesamte Erinnerung ausstrecke!), suche ich einen anderen Ansatz. Manchmal sind es die Dinge am Rand einer Veranstaltung, die einen tollen Text ergeben, während das big picture nur so vor sich hin plätschert.

Ähnlich arbeite ich auch mit meinen fiktionalen Geschichten. Wenn ich mich in eine Richtung verschrieben habe, aus der es keinen Ausweg mehr gibt (was immer mal wieder passieren kann, denn ich halte mich nicht immer an meine Outline), dann schaue ich nach, ob es nicht andere Ansätze geben könnte. Klar, dafür muss ich dann auch schon mal einen ganzen Batzen Ideen und Worte in den Papierkorb verschieben, aber wenigstens kann ich weiter schreiben.

Tipp Nr. 3 „Wenn Dir nichts mehr einfällt, dann mach eine Pause!“

Für mich einer der wertvollsten Tipps. Häufig fühle ich mich eingeengt, was von dem Druck kommt, den ich mir selbst am besten machen kann. In solchen Situationen geht nichts mehr. Egal, wie gut ich recherchiere, oder was für eine großartig ausgearbeitete Outline ich habe, die Finger wollen einfach nichts mehr tippen. In solchen Fällen hilft mir dann nur, den Laptop zu schließen und mich anderweitig zu beschäftigen. Laufen, Fitnessstudio, ein gutes Buch lesen oder eine Serie bei Netflix suchten. Wenn meine Kreativität an einen Tiefpunkt angekommen ist, dann mache ich diese Dinge ohne schlechtes Gewissen. Manchmal reicht mir schon eine kleine Pause von zehn oder fünfzehn Minuten, eine heiße Tasse Tee und dreimal durchatmen, damit meine Blockade verschwindet und ich weiterschreiben kann. Manchmal kann die Pause auch ein paar Wochen dauern. Ich mache mir keinen Stress in dieser Hinsicht.

Natürlich geht das nicht, wenn eine fixe Deadline einen zum Schreiben zwingt. In solchen Fällen kann ich mir keine wochenlange Auszeit gönnen, sondern muss da wohl oder übel durch. Aber auch so eine miese, fiese Deadline kann eine Blockade lösen.

Tipp Nr. 4 „Wenn Dir nichts mehr einfällt, dann sprich mit Deinen Figuren!“

Hallo, mein Name ist Natasha und ich führe Selbstgespräche!

Aber es sind eigentlich keine Selbstgespräche, denn ich rede mit meinen Figuren und frage sie, was sie wollen. Was sie vorhaben. Oder ganz banal auch, wie es ihnen gerade so geht. Ab und zu auch mal laut. Dabei flüstern sie mir auch schon mal, was sie mit gewissen Aktionen bezwecken und in welche Richtung sie tendieren. Zugegeben, das macht es merkwürdig für Menschen, die das zufällig mitansehen, deshalb empfehle ich jeden wärmstens, diese Technik nur ohne Zeugen durchzuführen. Oder in Gedanken. Manchmal überlege ich auch, was mit mir wohl in zwanzig, dreißig Jahren passiert, falls ich dement werde, ob ich mich dann immer noch mit den Figuren meiner Geschichte unterhalten werde? Könnte lustig werden. Also lustig für mich, weniger wahrscheinlich für mein Pflegepersonal. Da ich keine Kinder habe, werde ich auf diese Weise jedenfalls nie alleine sein. Hat doch echt nur Vorteile, sich mit den eigenen Charakteren anzufreunden.

Sehen wir der Sache ins Auge: das eine Mittel gegen Schreibblockade gibt es nicht. Es ist wie ein Heilmittel gegen Schluckauf, was Dir persönlich hilft, musst du im „Trial & Error“-Verfahren selbst herausfinden.

Ich bin neugierig, was machst Du, wenn die Holzlatte die Stirn trifft? Über weitere Tipps und Ideen, wie andere mit Schreibblockaden umgehen, freue ich mich immer.

Bis bald und happy writing,

❤ natasha

Photo by Markus Spiske temporausch.com from Pexels

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